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Die Lügen der Atom-Lobby

Die Lügen der Atom-Lobby
Harrisburg, Sellafield, Tschernobyl und jetzt Fukushima - die Liste der angeblich ausschließbaren Atom-Katastrophen wird länger und länger. Auch in Europa und Deutschland ereignen sich immer wieder schwere Zwischenfälle. Schweden stand z.B. vor nur wenigen Jahren kurz vor dem Super-Gau. In Deutschland sollte der als Endlager für radioaktiven Abfall auserkorene Salzstock Asse Jahrtausende lang geologischen Veränderungen standhalten. Er hielt aber nicht mal wenige Jahrzehnte, sodass Millionen Tonnen radioaktiven Mülls nun wieder ausgeräumt werden müssen. Milliardenkosten, hohe Risiken und Pfusch prägen auch den Umgang mit dem Jahrtausende strahlenden Atommüll.

 

Dabei ist Atomstrom in Deutschland nicht einmal notwendig. Bereits vor Jahren legte die Bundestagsfraktion der LINKEN ein Gutachten vor, wonach die sofortige Abschaltung der alten Meiler und sogar ein kompletter Umstieg in kurzer Zeit möglich sind. Denn Deutschland produziert weit mehr Strom, als es selber verbraucht. Ohne den Strom-Export und mit Effizienzsteigerungen im Verbrauch ist Atomkraft in Deutschland komplett verzichtbar. Mit dem weiterhin notwendigen Umstieg auf erneuerbare Energien kann zudem die Abhängigkeit von klimaschädlichen fossilen Energien drastisch reduziert werden. Eine andere Energiepolitik wäre seit Jahren nötig und möglich.

Doch vor allem CDU und FDP verstehen sich bis heute als wichtigste "Verbündete" der Atomlobby - und lassen sich hierfür mit Millionenspenden gut bezahlen. Die Förderung erneuerbarer Energien wurde stark reduziert, deutsche Atomexporte durch Bürgschaften hingegen gefördert. Und der ohnehin wachsweiche rot-grüne Atomvertrag wurde gegen den eindeutigen Willen der Mehrheit der Bevölkerung verfassungwidrig aufgekündigt. Auch die ältesten Atom-Meiler, denen wegen technischer Mängel heute keine Betriebserlaubnis mehr gegeben würde und die von Fachleuten als hochkritisch angesehen werden, sollen viele Jahre lang weiter laufen.

25 Jahre nach Tschernobyl ist angesichts einer noch nicht absehbaren atomaren Katastrophe in Japan der Druck auf CDU und FDP dennoch zu groß geworden. Die Regierung befürchtet zu Recht herbe Niederlagen bei den anstehenden Landtagswahlen und versucht nun ihrerseits,  Kühlwasser auf die außer Kontrolle geratene Atomdebatte in Deutschland zu schütten. Glaubwürdiger werden CDU und FDP hierdurch nicht. Statt offensichtlicher Wahlmanöver brauchen Deutschland und Europa einen Neuanfang in der Energiepolitik.

 

Weltweite Störfälle der Atomkraft - eine kleine Chronologie

Die Liste mit schweren Störfällen in Zusammenhang mit Atomkraft füllt viele Seiten. Dabei darf nicht vergessen werden, dass AKWs auch im Regelbetrieb die Umgebung radioaktiv belasten und höhere Krebsraten verursachen, vor allem bei Kindern. Zudem gibt es nicht nur Störfälle in AKWs, sondern ebenso bei der Herstellung, dem Transport und der bis heute unmöglichen Endlagerung radioaktiver Stoffe und natürlich Unfälle in Forschung oder gezielte militärische Anwendungen (Uranbomben).

Wir stellen hier nur die historisch herausragenden Störfälle beim AKW-Betrieb dar. Einen vertieften Eindruck über schwerwiegende Störfälle erhält man bei Wikipedia unter Wikipedia.de

 

  • 10. Oktober 1957 - Sellafield:

Zu einem der ersten schweren Zwischenfälle kam es im zunächst überwiegend militärisch genutzten Nuklearkomplex von Windscale (Nordwest-England), welcher aus Imagegründen später in Sellafield umbenannt wurde. Im Brutreaktor zur Erzeugung von waffenfähigem Plutonium für die Herstellung von britischen Atombomben kam es zu einem folgenschweren Brand, durch welchen erhebliche Mengen von Radioaktivität freigesetzt wurden.
Aber auch heute noch steht die Anlage in der Kritik: Nach einem Vertuschungsskandal wurde 2005 ein offenbar monatelang bestehendes Leck bekannt, durch welches Teile der Anlage stark kontaminiert wurden. Das Kraftwerk leitete aber auch im Regelbetrieb dauerhaft radioaktive Abfälle in die Irische See ein, heute allerdings unter "strengeren Auflagen". Die Wiederaufbereitungsanlage dient auch der deutschen Atomwirtschaft zur Wiederaufbereitung von Brennstäben.

 

  • 28. März 1979 - Harrisburg:

Wohl in einer Mischung aus technischen Kontstruktions- und Anwendungsfehlern kam es im AKW Three Mile Island bei Harrisburg  (Pennsylvania/USA) zum GAU - einer Kernschmelze in Block 2. Zwar konnte der Super-Gau - das Durchschmelzen des Druckbehälters und die katastrophale Freisetzung seines hochradioaktiven Inhaltes - verhindert werden. Dennoch traten große Mengen an Radioaktivität in die Umwelt aus. Studien scheinen eine stark erhöhte Krebsrate in der Bevölkerung zu bestätigen, alle Klagen wurden allerdings abgewiesen. Entgegen einer eindeutigen Volksabstimmung wurde der umbeschädigte Block 1 in den 80er Jahren wieder ans Netz genommen.

 

  • 26. April 1986 - Tschernobyl:

Die bislang folgenschwerste atomare Katastrophe ereignete sich im AKW von Tschernobyl (heutige Ukraine), welche zur Verstrahlung weiter Teile auch Nord- Mittel, und Südeuropas führten. Studien schätzen die Opferzahlen durch die folgende radioaktive Strahlung auf über einhunderttausend Menschen. Bis heute ist das Sperrgebiet unbewohnbar und der Aufenthalt lebensgefährlich. Und die Gefahr durch das Unglück besteht noch Jahrtausende fort: Die Schmelzmasse aus dem Reaktor strahlt noch lange tödlich stark und kann auch technisch nicht geborgen werden. Der umgebende Sarkophag erfüllt seine Funktion als Schutzhülle aufgrund seines Alters und der hohen Strahlung und Wärme nicht mehr lange und hätte längst ersetzt werden müssen. Die Ukraine kann die Milliardenkosten eines neuen Schutzmantels (über eine Milliarde Euro) aber nicht tragen, ein internationaler Hilfsfonds hat die erforderliche Summe bislang ebenfalls nicht erbracht.


2004 & 2005 Forsmark:
Forsmark (Schweden): Gleich zweimal hat der Reaktor in den vergangenen Jahren zu großer Sorge Anlass geboten. 2005 drang aus offenbar undicht gewordenen Behältern zur Zwischenlagerung radioaktiven Abfalls auf dem Gelände Wasser aus. Es gelangte in die Ostsee, woraufhin das Zehnfache des Normalwerts radioaktiven Cäsiums gemessen wurde.
Nur knapp entging das Kraftwerk dem GAU allerdings nur ein Jahr später. Nach einem elektrischen Kurzschluss wurde das AKW von der Stromversorgung automatisch getrennt. Die Reaktorwärme staute sich auf, es kam zur Schnellabschaltung, doch auch die notwendige Nachkühlung war zunächst nicht ausreichend möglich, da zwei von vier Notstromaggregaten und diverse Messinstrumente versagten. Buchstäblich in letzter Sekunde ließen sich die ausgefallenen Aggregate manuell zuschalten, die Wärme sank auf Normalwert. Die schwedische Strahlenschutzbehörde sprach von einem sehr ernsten Zwischenfall.


März 2011 - Fukushima:
Fukushima... Ausgang offen.

 

 

Unsere Vorschläge: Wir wollen Städten und Gemeinden ihre Eigenständigkeit zurück geben!

Vor allem die Stromerzeugung und die Netze gehören in öffentliche Hand! Der Profitgier der Stromkonzerne muss ein Riegel vorgeschoben werden, denn sie bringt Milliardengewinne für Wenige und hohe Preise und Risiken für Alle!

Die notwendige Alternative ist eine lokale Stromwirtschaft, die die Menschen aus erneuerbarer Energie versorgt. Steuern und Gewinne bleiben vor Ort und werden dort investiert. Die Laufzeitverlängerung für Atomkraft blockiert diesen Wandel und muss weg. Biblis A und B müssen sofort stillgelegt werden.

 

Wir wollen:

  • Stromkonzerne entmachten
  • Energie in öffentliche Hand
  • Erneuerbare Energie ausbauen
  • Sozialtarife einführen
  • Atomkraft abschalten